Emerging Technologies: Wie leben wir in 10 Jahren?

Vision der Wirklichkeit unserer digitalen Zukunft.
Februar 2018

Emerging Technologies: Wie leben wir in 10 Jahren?

Vision der Wirklichkeit unserer digitalen Zukunft.

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WELCHE TECHNOLOGIEN HÄLT DIE ZUKUNFT BEREIT?

»Was man heute als Science Fiction beginnt, wird man morgen vielleicht als Reportage zu Ende schreiben müssen.« – Norman Mailer
Die Zukunft und ihre Technologien beschäftigen den Menschen nicht erst, seit die ersten Computer unsere Haushalte mit der Welt vernetzten. Schon im 15. Jahrhundert ließen Gelehrte und Schriftsteller Zukunftsvisionen in den Himmel steigen, die wir heute unter dem Begriff »Science Fiction« längst nicht mehr verlachen.

Denn mittlerweile kommunizieren wir, wie einst die Besatzung der Enterprise, mit mobilen Geräten, die sogar hochleistungsstark und webfähig sind; mehr noch: selbstfahrende Autos lassen wie in Paul Verhoevens »Total Recall« bereits ungeduldig ihre Motoren aufheulen und die ersten Androiden à la Fritz Langs »Metropolis« öffnen uns heute wortwörtlich die Tür zu einem Zeitalter der digitalen Superlative.
Die Realität überholt die Kunst und der Lauf der Zeit beweist uns: was vorstellbar ist, ist auch machbar. Doch mit welchen Technologien werden wir in zehn Jahren wirklich leben? Und wie werden sich diese auf unseren Alltag auswirken?

VORGANG ABGESCHLOSSEN: DAS WEB UMSPANNT DIE WELT.

Gleich einer Steigerung der These Sartres, nach der der Mensch nur das ist, was er aus sich macht, erkennen wir den Kairos und definieren künftig auch die digitale Welt nach unseren Vorstellungen und optimieren unsere Lebensräume hin zur Grenzenlosigkeit. Der Blick auf die innovativen Erfindungen, die unseren digitalen Alltag in der nahen Zukunft verbessern und erleichtern können, trügt nicht: die Möglichkeiten vervielfachen sich rasant.

Während wir heute noch streiten, ob das Web als Medium oder dynamisches und grundlegendes Element des modernen Alltags zu sehen ist, wird es in naher Zukunft schon der absolute Mittelpunkt unseres Lebens sein. Sind es heute erst rund 47%, werden bis in zehn Jahren über 90% aller Haushalte weltweit das Internet nutzen – uneingeschränkt und kostenfrei, denn der Zugang zum Breitbandnetz wird ein Grundrecht werden.

GEDANKENGUT: DIE DATEN DER ZUKUNFT.

Uneingeschränktheit ist künftig das Stichwort unseres digitalen Lebens – das gilt auch für die Möglichkeiten der Datenspeicherung, die sich dank Clouds und Superservern seiner Grenzen entledigt. Permanent werden Bewegungen und Vorgänge archiviert, die in unserem Leben stattfinden. Doch wird das Sammeln von Daten keinen Unmut in Politik und Gesellschaft mehr hervorrufen, denn bis dahin hat sich der Kreis geschlossen: der Mensch formt das Web nach seinen Bedürfnissen aus. Daten kommen der persistenten Optimalisierung aller Lebensbereiche zugute.

Heute basieren Daten auf Zahlen und linearen Parametern. In naher Zukunft klettern statistische Daten jedoch aus den Tabellen und werden zu Echtzeit-Parametern, die sich exponentiell an unseren Bedürfnissen und persönlichen Entwicklungen orientieren und darüber iterativ auswerten lassen. Der Schlüssel dazu liegt in unseren Köpfen verborgen. Während diese Vorstellung heute noch für Irritationen sorgt, wird sie in zehn Jahren zum Bild der Wirklichkeit gehören: technische Geräte, Maschinen und Autos werden per Gedanken gesteuert, die Sensoren in unser näheren Umgebung permanent abfragen. Keine zehn Sekunden werden diese Technologien benötigen, um unsere Denkmuster als steuerndes Element anzuerkennen und zu verstehen.

Die aus unserem Einkaufs- und Nutzungsverhalten resultierenden Daten bilden den Grundstein für einen digitalen Alltag der maximalen Vernetztheit, die ihre Strukturen größtenteils im Hintergrund bildet. Im Internet of Things, kurz »IoT«, ist alles miteinander verbunden, unsere Häuser, die Möbel darin, die Kleidung, unsere Automobile und ja, auch wir selbst. Das Zusammenspiel aus optimaler Datenverarbeitung und maximal genutzter Technologie realisiert Potenzialiäten im Arbeits- und Privatleben, von denen die Science-Fiction-Pioniere noch nicht einmal zu träumen gewagt hätten.

AUSBALANCIERT: DIE REVOLUTION DER ARBEITSWELT.

In der nächsten Dekade dieses Jahrhunderts wird das klassische Angestelltenverhältnis für viele von uns nur noch eine Erinnerung sein – eine, über die wir uns lachend in der Mittagspause beim Video-Gespräch mit unserem Crowdworking-Team austauschen. Denn der Arbeitsplatz der Zukunft bringt konsequent die besten Talente projektweise zusammen und lässt das Stechuhren-Prinzip der Anwesenheitspflicht links liegen. Schnittstelle ist dabei wieder das Internet of Things, das für die Arbeitswelt eine ganze Bandbreite an digitalen Technologien mit sich bringt. Cloudsysteme liefern alle wichtigen Arbeitsmaterialien; Konferenzen werden über hochmoderne, sensorische Bildschirme geführt, die tatsächlich das Gefühl vermitteln, mit den Geschäftspartnern am Tisch zu sitzen, während künstliche Intelligenzen à la Siri und Co. als digitale Assistenten Informationen beschaffen und Verwaltungsvorgänge übernehmen.

Währenddessen vollzieht sich eine Revolution aller Geschäftsmodelle und Kundensegmente. Während das Netz und die Technologie neue Möglichkeiten realisieren, entwickeln Unternehmen und Kunden neue Werte. Persönliche Identität und Produktangebot begegnen sich auf Augenhöhe, die klassische Marktwirtschaft wird zu einem gigantischen Universum der individuellen Angebote, die mit dem Smartphone als Supercomputer in der Hosentasche permanent visibel werden. Adaptive, quasi auf den Kunden zugeschnittene Produkte und personalisierte Preise sorgen auf beiden Seiten der Kasse für mehr Flexibilität und schaffen neue Möglichkeiten im Marketing – durch eine hypereinfache, schnelle Kommunikation zwischen künstlicher und natürlicher Intelligenz. Diese Technologien schaffen den Nährboden für Geschäftsmodelle fernab starrer Normen, denn »Standard« wird zum aussterbenden Begriff.

Davon profitiert nicht zuletzt die Industrie: unter der Maxime »Industrie 4.0« werden Herstellungsprozesse durch die ausschließliche Vernetzung von Menschen (Manager, Zulieferer, Hersteller und Endkunden) und Maschinen (Produktionsroboter, intelligente Lagerdatenbanken, Zuliefer-Fahrzeuge und Fertigungsstraßen) radikal verbessert.
Vielleicht auch, weil bis 2025 laut McKinsey-Studie rund 30% der Management-Aufgaben von künstlichen Intelligenzen übernommen werden. Effiziente Ergebnisse erzielen wir dadurch beim Controlling und der Prozessoptimierung: Umsätze werden gesteigert, Werbemaßnahmen kundennah und iterativ gesteuert, Verkaufszahlen besser kalkuliert und Entscheidungen fundierter getroffen werden. Dem Manager bleibt dadurch auch mehr Zeit für das, was die Maschine nicht kann: die Entwicklung neuer Innovationen.

GESUND GEDRUCKT MIT HEALTHCARE AUS DEM WWW.

Gesundheit ist die Basis unseres Lebens – kein Wunder, dass die digitale Zukunft in diesem Sektor hehre Innovationen bereithält. Durch implantierte Chips unter der Haut werden unsere Körperdaten ständig an das Web kommuniziert. Wir selbst überwachen Blutdruck und Co. auf unseren mobilen Endgeräten, während Ärzte alle eminenten Daten und selbst die Ergebnisse von Gen-Analysen per Klick am Bildschirm abfragen. Erbkrankheiten und signifikante Veränderungen im Körper können dadurch zum frühestmöglichen Zeitpunkt erkannt werden.

Doch der Arztbesuch ist ohnehin nur bei ernsten Erkrankungen desiderat, denn wenn es um das Verschreiben von Medikamenten geht, tritt der Austausch mit dem Mediziner über das Netz an Stelle der persönlichen Frequentierung. Für inessenzielle Beschwerden stehen uns Apps und künstliche Intelligenzen zur Seite, geben Therapieempfehlungen und erstellen gegebenenfalls optimale Therapiepläne. Und auch das Papier-Rezept wird zum Relikt der Vergangenheit: beim Betreten der von Robotern bedienten Apotheke liegt unser Medikament schon bereit – bezahlt und mit allen notwendigen Informationen versehen. Schwere Leiden sind ebenfalls rascher passé: 3D-Drucker beheben organische Schäden durch vollfunktionsfähige Repliken von Herz, Leber und Niere und auch das Schreckgespenst Krebs wird mit einer »Kill Pill« gezähmt, die Krebsstammzellen zügelt oder gar ausmerzt.
Unsterblich wird der Mensch durch diese Innovationen nicht – die Beeinträchtigungen durch Erkrankungen aller Art treten aber merklich in den Hintergrund.

SMARTEST LIVING IN DEN 2020ERN.

Gesundheit und Beruf bilden das Fundament unseres Lebens in der nahen Zukunft. Und auch das Privatleben rückt durch die rasant gestiegene Zahl an Freelancing-Jobs bzw. projekt- und fähigkeitsbasierter Arbeitsmodelle endlich in den Mittelpunkt des Alltags. Eine Work-Life-Balance, die im Smart Home ihr Zuhause findet – bereits bis 2024 okkupieren dessen Systeme mehr als 50% der heimischen Webnutzung. Das Smart Home denkt nicht nur mit, es lebt mit uns und steuert Energieressourcen, Entertainmentanlagen und Lichtquellen im Haus eigenständig.

Und durch das Web 3.0 macht sich »das bisschen Haushalt von allein«: Sensoren im Kühlschrank melden etwaigen Nachschubbedarf an das Smartphone oder führen autark
Bestellungen durch, während uns das selbstfahrende Auto sicher zur Arbeit bringt – und unterwegs eigenständig tankt bzw. Strom auflädt. Dank Virtual Reality Technologien wie z.B. der Oculus-Brille oder Beacons stehen wir permanent im Austausch nicht nur mit katalogisierten Objekten und virtuellen Inhalten um uns herum, sondern pflegen auch soziale Kontakte und finden intermediale Zerstreuung im Netz der Zukunft.

Auch das Smart Clothing vereinfacht unseren Alltag mit Sensoren in den Filamenten unserer Kleidung, die sportliche Aktivitäten durch intelligente Belüftungssysteme komfortabler gestalten oder im Winter dafür sorgen, dass wir ohne zu frieren zur Arbeit kommen. Die Anprobe vollziehen wir übrigens ganz entspannt von Zuhause aus, dank virtueller Spiegel und Projektionsverfahren.

IN UNSEREN HÄNDEN: DIE ZUKUNFT DER SUPERLATIVE.

Der Blick durch die visionäre Brille der technischen Entwicklungen verspricht uns für die Zukunft also eine Welt, die dem Individuum zugeneigter ist – und das, wo das Web in seinen Kinderschuhen noch als nicht durchsetzungsfähiges Schreckgespenst verrufen war. Doch welchen Preis zahlt der Mensch für die radikale Optimierung der Welt, online und offline?

Bleibt der zwischenmenschliche Austausch auf der Strecke? Ist das Leben jenseits des Bildschirms für uns dann noch möglich? Werden sich erneuerbare Energien so effizient durchgesetzt haben, dass wir auf Reisen tatsächlich einer gesünderen, zukunftsträchtigen Natur begegnen? Und wird durch die Verbreitung von hochleistungsstarken Maschinen, insbesondere Robotern, tatsächlich das von Paul Lafargue prophezeite »Zeitalter der Faulheit« anbrechen?

Nun, der Blick in die Zukunft ist kein Beschwören der Kristallkugel, reliabel zu erwarten sind einzig die genannten technologischen Entwicklungen. Doch darin liegt eben jene Kraft, die Sartre heraufbeschwor: »Der Mensch muss sich sein eigenes Wesen schaffen; indem er sich in die Welt wirft.« In naher Zukunft bekommen wir genau dazu die Gelegenheit – unterstützt durch grenzenlose digitale Möglichkeiten.

Verfasst von Timo Heß.

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Die Veränderungen in der digitalen Welt haben bereits begonnen. Sorgen Sie dafür, dass auch Ihr Unternehmen heute schon den ersten Schritt in die Zukunft wagt. Entdecken Sie das Potenzial der Daten-Analyse und machen Sie sich mit der richtigen Strategie-Planung schon heute dafür bereit, die Customer Experience Ihrer Kunden zukunftsnah zu gestalten.

Der Artikel als Illustration.

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