Januar 2020
Smart Data-Agentur BRAIN ONE untersucht Zusammenhang zwischen Wetter und Suchanfragen nach DAX 30-Unternehmen.

Wie das Wetter die Suchanfragen nach DAX 30-Unternehmen beeinflusst.

Das Wetter beeinflusst den physischen und psychischen Zustand von Menschen. Doch inwieweit beeinflusst es auch das Interesse an Marken und Produkten? Dieser Frage sind die Experten von BRAIN ONE nachgegangen. Unsere Analyse zeigt, wie das Interesse an den DAX 30-Unternehmen bei Wetterveränderungen schwankt. Dafür haben wir, BRAIN ONE – The data member of PERFORMANCE ONE, vier Jahre lang die Auswirkungen von Temperaturunterschieden, Niederschlag und Sonnenschein auf die Suchanfragen der 30 Konzerne untersucht.

29 DER DAX 30-UNTERNEHMEN VON TEMPERATUR-SCHWANKUNGEN BEEINFLUSST.

Wir konnten nachweisen, dass das Wetter Einfluss auf das Suchvolumen fast aller DAX 30-Konzerne. Bei Temperaturschwankungen ist HeidelbergCement der einzige Konzern, der keine signifikanten Veränderungen im Suchvolumen aufweist.

Die Hälfte der DAX 30-Unternehmen werden bei höheren Temperaturen häufiger im Netz gesucht. So ist bei Wirecard und BASF ein Aufschwung in Höhe von 1,2 Prozent zu erkennen. Dahingegen sinkt das Interesse an Adidas an wärmeren Tagen um 2,8 Prozent. Auch Siemens muss einen Rückgang von 2,7 Prozent hinnehmen, sobald die Temperaturen steigen.

DAS INTERESSE AN BMW SINKT BEI NIEDERSCHLAG.

Bei Niederschlag sind es vier Konzerne, bei denen das Wetter keine Veränderung auf das Suchvolumen aufweist: Die Münchener Rück, Deutsche Börse, Beiersdorfer und BASF. Die Hälfte aller analysierten Unternehmen erleiden allerdings einen Rückgang im Suchvolumen, wenn es regnet oder schneit. Am stärksten macht sich dies bei BMW bemerkbar: Das Interesse am bayerischen Autobauer sinkt bei Niederschlag um 2,8 Prozent. Der Pharmariese Bayer hingegen erlebt bei Regen einen Aufschwung von 1,1 Prozent.

»Wenn es draußen ungemütlich wird und regnet oder schneit, erkälten sich in der Regel auch vergleichsweise viele Menschen. Dies kann erklären, wieso die Nachfrage nach dem Pharmakonzern Bayer zu dieser Zeit etwas hochgeht«, kommentiert Marco Butz, Co-Founder und Geschäftsführer von BRAIN ONE.

LUFTHANSA STEIGERT SUCHVOLUMEN BEI SONNENSCHEIN.

An sonnigen Tagen werden 50 Prozent der DAX 30-Konzerne überdurchschnittlich oft im Netz gesucht. Der Spitzenreiter bei strahlendem Sonnenschein ist Lufthansa: Das größte Luftverkehrsunternehmen Europas generiert bei überdurchschnittlichem Sonnenschein knapp zwei Prozent mehr Suchanfragen als sonst. Auch RWE (1,7 Prozent) und Henkel (1,4 Prozent) profitieren von den warmen Strahlen. Ganz anders sieht es hingegen bei Siemens aus. Der Technologiekonzern aus München erlebt bei Sonne einen Suchanfragen-Rückgang von 2,8 Prozent. Auch Adidas profitiert nicht von der Sonne: Das Interesse an dem fränkischen Sportartikelhersteller sinkt um 2,7 Prozent.

Thomas Johann, Leader Data Science & Data Architect von BRAIN ONE, hierzu: »Dass mehr Menschen an sonnigen Tagen nach der Lufthansa und ihren Angeboten suchen, ist sehr spannend. So vermutet man doch eher, dass Verbraucher sich gerade an regnerischen Tagen in den warmen Süden wünschen. Vielleicht sehnen sich viele Menschen bei Sonnenschein aber auch einfach nach Urlaub, Strand und Meer.«

»Zusammengefasst lässt sich festhalten, dass das Wetter einen messbaren Unterschied auf die Nachfrage nach DAX 30-Konzernen hat und dieser Einfluss bei jedem Unternehmen individuell ausfällt. Mit den richtigen Methoden können Unternehmen äußere Einflüsse auf ihr Geschäft erkennen und entsprechende Lösungen für dadurch entstehende Herausforderungen entwickeln. Wir von BRAIN ONE unterstützen unsere Kunden dabei mit KI, Machine Learning, Webscraping und APIs«, hält Marco Butz darüber hinaus fest.

ZUR METHODE.

Die Untersuchung wurde für die Zeit von Januar 2015 bis Januar 2019 mit Hilfe eines multivariaten Regressionsverfahrens durchgeführt. Suchvolumina stammen aus Google Trends. Die historischen Wetterdaten wurden vom Deutschen Wetterdienst (DWD) erhoben. Das angewandte Modell verwendete Wochentag- und Monats-Fixed Effects. Alle hier präsentierten Ergebnisse sind statistisch hochsignifikant.

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