Die Impressionen im Generative-AI-Bericht der Google Search Console sind kein neuer Datenstrom, sondern eine Teilmenge der Zahlen, die ohnehin im Leistungsbericht stehen, und sie tragen keine einzige Budgetentscheidung.
Das ist keine Kritik an Google. Der Bericht tut genau das, was angekündigt war. Seit dem 3. Juni 2026 gibt es dedizierte Auswertungen für Search und Discover, die zeigen, wie oft Links zu deiner Website in generativen KI-Funktionen auftauchten, und Google hat im selben Blogpost festgehalten, dass dieselben Daten zusätzlich im Gesamt-Leistungsbericht enthalten bleiben. Seit dem 31. August 2026 ist das weltweit ausgerollt. Das Problem liegt nicht beim Bericht, sondern bei dem, was Marketingorganisationen gerade damit anfangen: Sie bauen eine KPI daraus.
Was dort überhaupt gezählt wird
Die deutsche Hilfeseite ist in diesem Punkt eindeutig. Der Bericht enthält Impressionen für Übersichten mit KI und den KI-Modus, und eine Impression zählt, wie oft Links zur eigenen Website einer Nutzerin oder einem Nutzer in einer generativen KI-Funktion präsentiert wurden. Keine Klicks. Keine Klickrate. Keine Position. Keine Suchanfragen. Search Engine Roundtable hat dieselbe Lücke direkt nach dem Rollout festgehalten.
Klicks aus KI-Oberflächen existieren durchaus. Wer in einer Übersicht mit KI oder im KI-Modus auf einen Link tippt, erzeugt einen Klick, der in den Gesamtzahlen der Search Console landet. Nur lässt er sich dort nicht von einem klassischen Klick auf ein blaues Suchergebnis trennen. Du siehst also die Sichtbarkeit isoliert und die Wirkung nur vermischt. Das ist die exakte Umkehrung dessen, was eine Steuerungsgröße braucht.
Auf die naheliegende Frage, wann sich das ändert, gibt es keine datierte Antwort. Zur Oktober-Ankündigung erklärte Google, man berate sich weiter mit Website-Betreibern darüber, welche Kennzahlen am nützlichsten wären, und werde später ergänzen. Weder Klicks noch ein Termin wurden genannt. Diese Stellungnahme ist über etablierte Tech-Presse belegt, nicht im Wortlaut aus einer Google-Veröffentlichung.
Drei Zählregeln, an denen Reportings still kaputtgehen
Erstens: nicht addieren. Die KI-Impressionen stecken bereits in den Web-Summen des klassischen Leistungsberichts. Wer beide Zahlen nebeneinander in ein Dashboard legt und summiert, zählt doppelt.
Zweitens: die Aggregationsebene wechselt. Im Diagramm aggregiert Google nach Property. Erscheinen zwei Ergebnisse derselben Website in einer KI-Antwort, zählt das als eine Impression. Die Tabelle aggregiert je nach Dimension nach Property oder nach Seite. In einer ausgewerteten Property summierte sich die Seitentabelle deshalb auf 1,23 Millionen Impressionen, rund 50 Prozent mehr als die ausgewiesene Gesamtzahl. Das ist ein Einzelfall aus einer Agentur-Property, Selbstauskunft ohne Drittvalidierung und ohne offengelegte Methodik. Als Größenordnung für den Fehler, den eine Zeilensumme produzieren kann, reicht es trotzdem.
Drittens: Erwähnung ist nicht Impression. Deine Marke kann in einer KI-Antwort ausführlich besprochen werden, und in der Search Console erscheint nichts, weil kein anklickbarer Verweis dabei war. Wer KI-Sichtbarkeit über diesen Bericht definiert, definiert sie als Linkpräsenz und blendet den gesamten Teil aus, der Marken in generativen Antworten eigentlich interessiert. Dazu kommt die Zählregel aus der Discover-Hilfe: pro Ergebnis und Sitzung zählt nur eine Impression, Zurückscrollen zur selben Karte erzeugt keine zweite.
Kein Export, also kein Steuerungssystem
Der Bericht lebt ausschließlich in der Oberfläche. Eine Nachprüfung an einer eigenen Property ergab im August 2026, dass weder die Search Analytics API noch der BigQuery-Bulk-Export die generativen KI-Daten ausgibt. Eine zweite, unabhängige Prüfung Anfang September kam zum selben Ergebnis: Die API kennt keinen Typ für diese Daten. Beides sind Einzelproperty-Prüfungen mit benannter Autorschaft, keine Google-Dokumentation, aber sie stützen sich gegenseitig.
Dasselbe gilt für die jüngste Erweiterung. Am 24. September 2026 führte Google eine Berichterstattung für multimodale Web-Suchen ein, also Lens, Circle to Search, Bild-Uploads und die Chrome-Funktion zur Bildsuche, global ab dem Ankündigungstag. Die API-Referenz listet für den type-Parameter weiterhin sechs Werte, und multimodal ist keiner davon.
Für dich heißt das: Jede Automatisierung endet hier. Wer KI-Sichtbarkeit monatlich ins Management-Reporting heben will, bezahlt das mit manuellen Exporten. Das ist vertretbar, wenn die Zahl eine Entscheidung auslöst. Sie löst aber keine aus, solange auf der anderen Seite kein Klick steht.
Die Klickseite misst etwas anderes
Was auf der Klickseite tatsächlich passiert, lässt sich belegen, nur eben nicht aus der Search Console. SISTRIX hat über 100 Millionen Keywords ausgewertet: AI Overviews erscheinen bei rund 20 Prozent der Keywords in Deutschland, die Klickrate auf Position 1 fällt von 27 auf 11 Prozent, und der durchschnittliche Klickverlust über alle Keywords liegt bei 6,6 Prozent, was etwa 265 Millionen organischen Klicks pro Monat entspricht. Der BDZV referiert dieselben Kernwerte. Es ist eine Anbieter-Eigenstudie, also kein neutraler Dritter, aber mit offengelegter Datenbasis.
Der entscheidende Wert in dieser Auswertung ist nicht der Durchschnitt. Es ist die Spannbreite: Die Auswirkung schwankt nach Branche zwischen einem und über 24 Prozent. Für die Priorisierung ist das die ganze Information.
Kausal abgesichert ist der Effekt über ein randomisiertes Feldexperiment, das 38 Prozent weniger organische Klicks bei Queries mit AI Overviews fand, bei einem Anstieg der Zero-Click-Rate von 54 auf 72 Prozent. Das Arbeitspapier ist nach Lage der Dinge nicht peer-reviewed. Und eine Agenturauswertung, die einen CTR-Rückgang von 61 Prozent bei informationsgetriebenen Queries mit AI Overviews meldet, nennt im selben Atemzug 41 Prozent Rückgang auch ohne AI Overviews. Ein erheblicher Teil der Bewegung ist also nicht KI-spezifisch. Wer seinen Traffic-Rückgang komplett den AI Overviews zuschreibt, erklärt sich etwas weg.
Was das für dein Budget heißt
Drei Entscheidungen, in dieser Reihenfolge.
Gar kein Geld fließt in KPI-Ziele auf KI-Impressionen. Keine OKR, keine Agenturvereinbarung, kein Quartalsziel auf eine Zahl, die Linkpräsenz misst, doppelt in deinen Summen steckt und sich je nach Tabellenansicht um die Hälfte unterscheiden kann. Nimm den Bericht als Diagnose, nicht als Ziel.
Zuerst klärst du deine Betroffenheit, und zwar branchenspezifisch. Zwischen einem und über 24 Prozent Klickverlust liegt der Unterschied zwischen einem Randthema und einem Umsatzthema. Das lässt sich in wenigen Tagen beantworten: Welcher Anteil deines organischen Umsatzes hängt an informationsgetriebenen Queries, und erscheinen dort AI Overviews? Fällt die Antwort klein aus, verschiebst du nichts und sparst dir die ganze Debatte.
Danach geht Geld in die First-Party-Seite, nicht in die Sichtbarkeitsseite. Konkret: eine Frage „Wie bist du auf uns aufmerksam geworden?“ im Lead-Formular, ein Pflichtfeld im CRM, eine saubere Landingpage-Attribution. Das kostet Entwicklungsaufwand, keinen Tool-Vertrag, und es beantwortet die Frage, die der KI-Bericht offen lässt. Das Geld dafür kommt aus dem Reporting-Budget, das heute monatliche Sichtbarkeitsberichte produziert, die niemand in eine Entscheidung übersetzt. Wer das dauerhaft aufsetzen will, braucht Messung, die Entscheidungen trägt, und dafür gibt es das Measurement & Ops Kit, das aus Reporting ein Steuerungssystem macht.
Wenn du die Betroffenheitsfrage für deine Kategorie sauber beantworten willst, bevor du Budget verschiebst, sprich unverbindlich mit uns in einem kostenlosen Erstgespräch zum AI Impact Cockpit von PERFORMANCE ONE.
Dieser Beitrag wurde mit KI-Unterstützung erstellt und redaktionell geprüft.
Quellenverzeichnis
- Introducing Search Generative AI performance reports in Search Console | Google Search Central Blog | Google for Developers
- Google Search Console AI Reports Rolled Out Worldwide
- Google Search Console Generative AI Performance Report Live For All
- Leistungsbericht zu generativen KI-Funktionen (Google Suche) – Search Console-Hilfe
- Leistungsbericht zu generativen KI-Funktionen (Discover) – Search Console-Hilfe
- KI-Sichtbarkeit in der Search Console: neue Berichte nutzen
- Search Console: Bericht zu generativer KI erklärt
- KI-Sichtbarkeit messen: Search Console, GA4 & Bing
- Generative KI in der Search Console: was der neue Bericht zeigt und was er verschweigt
- UK regulator forces Google to give publishers AI opt-out rights today
- 1 INTERPRETATIVE NOTES IN RELATION TO THE PUBLISHER CONDUCT REQUIREMENT 1.
- Announcing web multimodal Search performance reporting in Search Console | Google Search Central Blog | Google for Developers
- Search Console Now Separates Visual Search Traffic
- Reading Search Console’s Generative AI Performance Report – eSEOspace
- Google AI Overviews drive 61% drop in organic CTR, 68% in paid
- Study Confirms Google AI Overviews Cut Organic Clicks 38%
- AI Overviews erzeugen Klickverluste
- AI Overviews in Deutschland: So stark sinken die Klickraten wirklich – SISTRIX
- How to Track Google AI Mode Traffic in Search Console — Suganthan
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